Erfahrungsbericht: Familien-Sommerurlaub in der Bretagne

 

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Familienurlaub in der Bretagne

 

Eigentlich hatten wir für den Sommer 2022 eine Schiffsreise nach Schottland, Island und Nord-Norwegen inkl. Lofoten geplant. Corona kam uns 5 Tage vor der Abreise dazwischen und so musste ein spontanes Alternativprogramm her. Heute möchte ich euch erzählen, für welchen Ort bzw. für welche Orte wir uns aus welchem Grund entschieden haben und wie uns die Reise gefallen hat.

 

Geeignete Urlaubsziele für einen Sommerurlaub mit Teenagern:

 

Habt ihr schon mal versucht, innerhalb von 5 Tagen einen Urlaub in der Hauptsaison auf die Beine zu stellen, der sowohl den Ansprüchen von Teenagern als auch von Eltern gerecht wird? Das ist gar nicht so einfach. Besonders nicht, wenn man Wert auf ein gutes Preis-/ Leistungsverhältnis legt und aufgrund des aktuellen Chaos an den Flughäfen NRWs auf eine Flugreise verzichten möchte.

Wir haben angefangen, indem wir uns mit den Kindern zusammengesetzt und  Anforderungen an unseren Urlaubsort aufgeschrieben haben. Diese lauteten:

  • Erreichbarkeit mit dem Auto (Fahrtzeit: max. 10 Std.)
  • Lage: Am Meer.
  • Nicht zu heiß.
  • Angebote für Teenager (Pool, Jugendclub, etc).
  • Einigermaßen moderne Ausstattung der Unterkunft. In einer Wohnung im 70er Jahre Stil kommt bei mir keine Urlaubsstimmung auf.
  • Wenn möglich: Preis von max 1000 € pro Woche für die Unterkunft.
  • Optionen für Ausflüge / Städtetrips / Komoot-Hikes.
  • Nicht überlaufen.

 

Südfrankreich und Kroatien fielen aufgrund der hohen Temperaturen bzw. Meldungen über Waldbrände aus, der Gardasee ist im Juli/August total überfüllt und keine Option. Österreich ist toll, bietet aber kein Meer. In der engeren Auswahl landeten die deutsche & niederländische Nordseeküste, die Ostsee, Dänemark und die Bretagne bzw. die Normandie.

Am Ende entschieden wir uns für eine Kombination aus einem 7-tägigen Aufenthalt auf einem familienfreundlichen Campingplatz direkt am Meer in der Bretagne gefolgt von einem Roadtrip durch die Normandie und einem Urlaubsabschluss bei meiner Mutter inkl. Tagesausflug nach Paris. Heute geht es um den ersten Teil der Reise.

 

 

Die Anreise in die Bretagne:

Aufgrund der recht langen Anreise (es sind immerhin 1.038 km vom Ruhrgebiet bis zu unserem Campingplatz) entschieden wir uns, die Fahrt auf zwei Tage zu verteilen und einen Zwischenstopp hinter Paris einzulegen. Grundsätzlich lässt sich ein Urlaub in der Bretagne perfekt mit einem Paris-Städtetrip verbinden. Meine Paris Tipps habe ich hier für euch zusammengefasst.

Alternativ ist das Städtchen Chartes ein ideales Ziel für eine Übernachtung. Das kleine Städtchen liegt hinter Paris, bietet Hotels mit einem guten Preis-/Leistungsverhältnis, eine gemütliche Altstadt mit netten Restaurants und als Highlight eine Lichtshow rund um die Kathedrale, die sehr sehenswert ist. Günstige Unterkünfte findet ihr hier Booking Affiliate Link.

 

Unser Campingplatz in der Bretagne

Unser Campingplatz (bzw. Mobilheim-Platz, denn Camper gab es hier keine) Camping Marvilla Parks – Le Domaine de Ker’Ys war relativ klein und überschaubar, aber sehr gepflegt:

 

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Unsere Unterkunft war modern eingerichtet und gefiel uns auf den ersten Blick gut. Nur eine Spülmaschine und einen Wasserkocher haben wir vermisst.

 

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Aufgrund der extremen Hitze in den ersten Tagen wäre außerdem eine Klimaanlage hilfreich gewesen. Da die Temperaturen in der Bretagne selten die 30 Grad Marke knacken, wurde darauf verzichtet.

Insgesamt solltet ihr wissen, dass die Privatsphäre in Mobilheimen ziemlich eingeschränkt ist. Die Wände sind super dünn, sodass man im Prinzip jedes noch so kleine Geräusch und jede Bewegung wahrnimmt. Außerdem stehen die Mobilheime auf einigen Plätzen sehr dicht beieinander, sodass man immer wieder unfreiwillig durch das Fenster der Nachbarn schaut, wenn diese ihre Vorhänge nicht zugezogen haben. Dies war auf unserem Platz in St. Nic definitiv der Fall, hat uns aber nicht gestört, da unsere Nachbarn ruhig und freundlich waren und wir schon vor unserer Reise wussten, worauf wir uns einlassen.

-> Hier findet ihr einen Erfahrungsbericht über unseren Mobilheim-Urlaub am Gardasee.

 

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Neben einem beheizten Pool (der deutlich kleiner wirkte, als auf den Bildern der Buchungsseite und in dem das Tragen von Badeshorts wie in Frankreich üblich nicht erlaubt war) und einem Basketball Platz gab es einen kleinen Kinderspielplatz und einen Fitnessraum sowie eine kleine Bar mit einer geringen Auswahl.

 

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Ein No-Go für unseren Teenager: Das Shortverbot am Pool!

 

Das Highlight des Platzes war die Lage direkt gegenüber vom ca. 3,5 km langen Sandstrand Plage de Pentrez:

 

Plage de Pentrez

 

Die direkte Umgebung des Platzes war – abgesehen vom Strand – unspektakulär. Der zu Saint Nic gehörende Ort Pentrez besteht im Grunde nur aus ein paar Wohnhäusern, einigen Campingplätzen, einem Strandimbiss einem kleinen Laden mit Souvenirs und einer kleinen Bar. Zum Einkaufen mussten wir also stets mit dem Auto zu einem der größeren Supermärkte in der Umgebung fahren. Das Freizeitangebot in der Bretagne ist aber ansonsten groß.

 

 

Freizeitangebote für Familien in der Bretagne

 

#1 Beachlife an einem der zahlreichen Strände

 

Die schönsten Strände der Bretagne findet ihr hier:

 

  • Plage de l’île Vierge auf der Halbinsel Crozon
  • Plage de la Mine d’Or aka Goldminenstrand, der in goldenem Glanz schimmert.
  • Les plages de l‘Ile de Batz. Die Strände der Ile de Batz erreicht ihr mit dem Schiff ab Roscoff.
  • Plage de Port Blanc auf Quiberon
  • Plage du Sillon in St. Malo in unmittelbarer Nähe zur Altstadt.

 

Aber Achtung: Die Gezeiten sind stark und ihr solltet besonders an unbewachten Stränden sehr gut auf Strömungen aufpassen. Hier seht ihr mal den direkten Vergleich zwischen Flut…

 

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… und Ebbe am Plage de Pentrez:

 

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Anders als an der Deutschen Nordsee gibt hier übrigens kein Wattenmeer, sondern einfach festen Sandboden.

 

#2 Wanderungen mit spektakulärer Aussicht

Wir haben mithilfe der Komoot-App nach spektakulären Wanderwegen in der Umgebung gesucht und uns für die kleine Runde um das Cap de la Chevre entschieden. Die knapp 3,5 km Rundstrecke ist sehr zu empfehlen und kann beliebig erweitert werden. Hier habe ich euch die Runde in meinem Komoot Account verlinkt.

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Der 2000 km lange Zöllnerpfad GR34 führt 1 x um die bretonische Küste.

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#3 Bootstouren durch Grotten und einsame Buchten

Von Crozon-Morgat aus könnt ihr die Umgebung vom Wasser aus entdecken und euch zum Beispiel die Grottes Marines anschauen. Einen Überblick über die Angebote der Ausflugsschiff  Vedettes Sirènes findet ihr hier.

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#4 Stadtbummel 

Uns hat die Altstadt von Quimper sehr gut gefallen. Kleine Kinder könnt ihr hier mit einer Runde im Le Petit Train zu einem Stadtbummel überreden, ältere Kinder freuen sich z.B. über einen Stopp im Shop SWEETS mit einer großen Auswahl an Harry Potter Fanartikeln. Außerdem ist die Kathedrale sehenswert.

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Auf der anderen Seite der Bretagne hat uns die Stadt St. Malo schwer begeistert, die sich aber für uns aufgrund der Entfernung von 234 km ab St. Nic nicht für einen Tagesausflug, sondern für einen Stopp im Rahmen unseres Roadtrips eignete.

 

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Hier könnt ihr nicht nur durch die extrem gepflegte Altstadt bummeln oder den Ausblick vom Meer von der Stadtmauer aus genießen, sondern auch an einem der 5 Strände St. Malos baden.

 

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Von St. Malo aus könnt ihr übrigens zu den Kanalinseln Jersey und Guernsey übersetzen.

 

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Ein weiteres Must-Do: Ein Stopp in der 1000 Jahre alten Stadt Dinan. Hier solltet ihr unbedingt  über die steile, kopfsteingepflasterte Gasse „Rue du Jerzual“ laufen, die die Stadt mit dem Hafen verbindet.

 

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Der fast 3 km lange Festungswall der Stadt vesetzt euch und eure Kinder zusammen mit den 130 Fachwerkhäuser und den malerischen Gassen zurück ins Mittelalter.

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#5 Museen & sonstige Sehenswürdigkeiten für Kinder und Erwachsene

 

Wenn ihr euch für die Geschichte des 2. Weltkrieges interessiert oder das Interesse eurer Kinder für dieses Thema wecken möchtet, kann ich euch einen Besuch des Musee Memoires 39-45 in Plougonvelin empfehlen.  Auf fünf Etagen gibt es in diesem ehemaligen deutschen Kommandobunker Zeitzeugenberichte und kurze Erzählungen sowie tausende von Objekten, Dokumenten und Fotografien. Besonders eindrucksvoll fanden wir die Simulation eines Luftangriffes.

Tipp: Ein Besuch am frühen Morgen lohnt sich, ab Mittags wird es voll.

 

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Da die Fahrtzeit ab St. Nic knapp 1,5 Std. beträgt, lohnt sich ein Besuch besonders, wenn ihr ihn mit einem Abstecher zum Leuchtturm (aka Phare) St. Mathieu oder einem Besuch des größten Aquariums Frankreichs, dem OceanOpolis in Brest verbindet. Tickets solltet ihr vorab online reservieren.

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Essen & Trinken in der Bretagen

 

Gutes Essen hat in Frankreich einen sehr hohen Stellenwert. So richtig warm kann ich mit den französischen Restaurants dennoch nicht werden. Auf den Speisekarten tauchen immer wieder Dinge auf, mit denen man in Deutschland nicht rechnen würde: Ich hätte mir z.B. im Restaurant auf dem Mont Saint-Michel fast einen Salat bestellt, bei dem Anouil (eine Wurst aus Innereien) als Zutat aufgelistet war.

Ein anderes Mal hätte ich mich um ein Haar für “ Schafsgenitalien” als Vorspeise entschieden, weil selbst mein Google Übersetzer nichts mit dem Wortt “Albofi” anfangen konnte.

In meinem Beitrag 5 Dinge, die ihr vor eurem Frankreichurlaub unbedingt wissen solltet, habe ich die wichtigsten Punkte für Frankreich-Neulinge zusammengefasst.

 

 

Da Restaurants in Frankreich zudem nicht durchgehend geöffnet haben, sondern um 14:30 Uhr schließen und dann erst am Abend gegen 19 Uhr wieder öffnen, haben wir uns im Mobilheim daher überwiegend selbst versorgt:

 

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Auf Ausflügen sind wir regelmäßig in Creperien gelandet, wo wir z.B. Crepe mit Apfel, Caramel au Beurre Salé (= Mischung aus Meersalbutter, Sahne und Karamell) und Vanilleeies gegessen haben. Köstlich!!

 

 

crepes_frankreich

 

Dinge, die ihr in der Bretagne unbedingt probieren solltet

Neben den gerade genannten Crepes solltet ihr in der Bretagne unbedingt folgende Dinge probieren:

  • Cidre: Den alkoholhaltigen Schaumwein aus Äpfeln, der als Nationalgetränk der Bretagne gilt, gibt es in doux = süßt oder brut = trocken.
  • Kouign-Amann: Die New York Times bezeichnete den knusprigen Kuchen, der überwiegend aus Blätterteig, gesalzener Butter und Zucker besteht, als fettigsten Kuchen Europas. Uns hat die Spezialität gut geschmeckt. Kaufen könnt ihr den Kuchen z.B. in Bisquiterien, im Supermarkt oder in den Cafés der größeren Städte.
  • Galette Bretonne: Galettesteig wird aus Buchweizenmehl hergestellt und ist eine herzhafte Crepe-Version, die z.B. mit Käse, Schinken oder Eiern gefüllt wird, bevor die 4 Seiten nach Innen geklappt werden.
  • Moules frites: Frische, in Gemüsesud gekochte Miesmuscheln mit Pommes.

 

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Bretagne Bucketlist

 

  1. Im Atlantik baden
  2. Einen Crepe mit Caramel au Beurre Salé essen.
  3. Mit Blick auf den Atlantik wandern (z.B. über den GR®34, dem Lieblingsfernwanderweg der Franzosen oder so wie wir am Cap de la Chevre).
  4. Ein Glas Cidre trinken.
  5. Einen Leuchtturm fotografieren
  6. Einen Sonnenuntergang am Strand erleben
  7. Mit einem Strandsegler fahren
  8. Den Kuchen Kouign-Amann probieren
  9. Durch die Gassen von Quimper, St. Malo oder Dinan bummeln
  10. Die Menhire (= Hinkelsteine) von Carnac sehen.

 

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Was ihr sonst noch mit Kindern in der Bretagne machen könnt:

  • Sandburgen bauen
  • Das größte Aquarium Frankreichs in Brest besuchen
  • Drachen steigen lassen
  • Das Erlebnisdorf Poul Fetan Village besuchen, ein französisches Freilandmuseum, das das Leben auf einem Bauernhof im 19. Jahrhundert nachstellt.
  • Frische Macarons & cremiges Eis essen
  • Surfen lernen oder alternativ mit einem kleinen Body-Board Amazon Affiliate Linküber die Wellen tragen lassen.

 

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Unser Fazit:

Uns hat es in der Bretagne insgesamt sehr gut gefallen. Die Landschaft ist ein Traum – und das Meer sowieso. Außerdem fanden wir es angenehm, dass es selbst in den Sommerferien weder überfüllt noch zu heiß war *mit Ausnahme von einem Tag, an dem das Thermometer auf über 40 Grad kletterte*

Dem Campingplatz würden wir die Schulnote 2- geben. Das Preis-/ Leistungsverhältnis war mit ca. 950 € pro Woche für 2 Erw. und 2 Teenager (15 und 17 J.)  absolut fair. * Die Lage am Strand war perfekt für lange Strandspaziergänge, der beheizte Pool für kleinere Kinder ideal. Da die Animation ausschließlich auf Französisch stattfand, hielt sich das Interesse unserer Kinder eher in Grenzen.

Was uns nicht gefallen hat, war die Infrastruktur vor Ort. Die Auswahl an Restaurants war sehr eingeschränkt und der nächste Supermarkt  über 5 km entfernt, sodass wir das Auto selten stehen lassen konnten. Für Familien mit kleinen Kindern würden wir den Platz dennoch weiterempfehlen, für Familien mit Teenagern würden wir zu einem Platz mit größerer Poolanlage und stabilerem Wlan bzw. besserer Netzabdeckung raten.

Falls ihr euch für die Buchung des Campingplatzes interessiert, könnt ihr euch -> über diesen Affiliate Link einen 30 € Rabattgutschein sichern.

 

Ich selbst würde mir beim nächsten Besuch gerne noch mehr von der Region nördlich von St. Malo anschauen. Falls ihr hier Tipps habt: Schreibt mir gerne!

 

 

 

So, nun hoffe ich, dass euch mein erster Bericht über unseren Sommerurlaub 2022 gefallen hat. Die Fortsetzung über unseren Roadtrip durch die Normandie inkl. eines Besuchs des Mont Saint Michel und der Landungsstrände folgt in den nächsten Tagen.

 

LIebe Grüße,

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