Alles, was ihr über einen Besuch der Landungsstrände in der Normandie wissen müsst

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Alles, was ihr über einen Besuch der Landungsstrände in der Normandie wissen müsst

 

Nach unserer entspannten Woche auf einem Campingplatz in der Bretagne haben wir uns im Anschluss für einen kleinen Roadtrip durch die Normandie entschieden. Auf dieser Reise wollten wir nicht nur den Besuch des Mont Saint-Michel endlich von unserer Familien-Bucketlist streichen (ein Beitrag mit den besten Tipp für einen Besuch des Mont Saint Michel folgt demnächst hier auf dem Blog), sondern uns auch die Landungsstrände anschauen, an denen die Alliierten am 06. Juni 1944 den Atlantikwall durchbrochen haben und so die Grundlage zur Befreiung Europas vom Nazi-Regime einleiteten.

Meine Tipps für einen Tagesausflug zu den Landungsstränden möchte ich in diesem Beitrag mit euch teilen.

 

 

So plant ihr einen Tagesausflug zu den Landungsstränden der Normandie

 

Um euren Besuch zu planen, solltet ihr zunächst wissen, dass es 5 Landungsstrände gibt, an denen die Alliierten am 06. Juni 1944 an Land gingen:

 

  • Utah Beach (Amerikanischer Sektor)
  • Omaha Beach (Amerikanischer Sektor)
  • Gold Beach (Britischer Sektor, künstlicher Hafen)
  • Juno Beach (Kanadischer Sektor)
  • Sword Beach (Franz./ Britischer Sektor)

 

An jedem der Strände – sowie in so ziemlich jedem der umliegenden Dörfer – gibt es Denkmäler und Museen bzw. Gedenkstätten, die an den D-Day erinnern. Es ist also sinnvoll, sich vorab mit dem Angebot zu befassen und die Orte auszuwählen, die besonders gut zu euch und euren Interessen passen.

 

 

Familienfreundliche Orte, um den D-Day nachzuvollziehen

 

Laut meiner Recherche sind folgende Orte besonders für einen Besuch als Familie geeignet:

 

Pointe du Hoc

Auf der frei zugängliche Landspitze Pointe du Hoc bei Criqueville-en-Bessin könnt ihr auf einem Rundgang  zwischen Bombenkratern zahlreiche Infotafeln entdecken, die euch davon berichten, wie die 225 Elitesoldaten US-amerikanischen Elitesoldaten am D-Day unter Colonel James Earl Rudder die bis zu  30 Meter hohe Steilküste erklettern, um den deutschen Bunker auf dem Plateau über dem Meer einzunehmen.

 

Juno-Beach Museum

Das Juno Beach Museum liegt direkt am Strand und zeigt mit interaktiven Elementen und Touchscreens, wie die kanadischen Soldaten den D-Day erlebt haben. Hier gibt es eine kurze Zusammenfassung über die Angebote im Museum.

Tipp: Für den Rundgang „Entdecke Juno als Familie“  gibt es eine deutsche Übersetzung.

 

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D-Day experience Museum

Im D-Day experience Museum könnt ihr euch zunächst einen 3-D Film anschauen, der die Geschichte rund um den D-Day anschaulich zusammenfasst. Anschließend werdet ihr von einem Avatar des Colonel Wolverton zur Mission der D-Day-Fallschirmspringer gebrieft, bevor  ihr die Überquerung des Ärmelkanals an Bord einer authentischen C-47 Truppentransport-Flugzeug erlebt.

Außerdem könnt ihr euch anschauen, wie das Hauptquartier der deutschen Fallschirmjäger aussah, bevor es von den amerikanischen Fallschirmjägern übernommen wurde und authentische Erinnerungsstücke an diese Zeit im Shop erwerben.

Wie uns dieses Museum gefallen hat, könnt ihr weiter unten in diesem Beitrag nachlesen.

 

 

360°-Kino von Arromanches-les-Bains:

Das 360 Grad Kino ist für ältere Kinder geeignet. Es befindet sich auf den Klippen von Arromanches-les-Bains und stellt den Tag der Alliiertenlandung sowie die 100 Tage danach eindrucksvoll mit Bildern, Videos und Originalaufnahmen dar.

 

 

Airborne-Museum in Sainte-Mère-Église

Das Airborne Museum in Sainte-Mère-Église erinnert an die Fallschirmjäger der 82. und 101. Luftlandedivision der US-Armee, die in der Nacht vom 5. auf den 6. Juni 1944 in der Normandie gelandet sind und befindet sich gegenüber des Kirchturms, in dem der Fallschirmspringer John Steele in der Nacht des 6. Juni 1944 hängen blieb (und glücklicherweise später gerettet werden konnte). An Bord eines C47-Fliegers könnt ihr erleben, wie amerikanische Fallschirmspringern den D-Day erlebt haben.

 

 

 

 

Unser Tagesausflug zu den Landungsstränden der Normandie

 

Da uns für unseren Besuch der Landungsstrände nur ein Tag zur Verfügung stand – was rückblickend definitiv zu wenig war – , haben wir uns in Absprache mit unseren Teenagern für folgendes Programm entschieden:

 

 

  1. D-Day Experience Museum (eine Alternative wäre das Memorial Museum of Omaha Beach in der Nähe des Denkmals oder das umfangreichere Overlord Museum gewesen)
  2. Omaha Beach Denkmal
  3. Amerikanischer Sodatenfriedhof in Colleville-sur-Mer inkl. Visitorcenter
  4. Widerstandsnest 62
  5. Badestopp am Omaha Beach

 

 

 

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Programmpunkt #1: Das D-Day Experience Museum

Wir sind mit einem Besuch des D-Day Experience Museums in den Tag gestartet, um durch die Kombination aus 3-D Kino, Museum und Flugsimulator einen informativen und nicht zu trockenen Überblick über die Abläufe rund um den 06. Juni 1944 zu bekommen, der das Interesse unserer Teenager weckt.

Der Besuch hat uns insgesamt gut gefallen. Der 3-D Film war interessant und aus meiner Sicht für Kinder ab ca. 10 – 12 Jahren (offiziell: 6 Jahren) empfehlenswert, wobei der 3-D Effekt im Grunde überflüssig waren und der laute französische Originalton bei der Nutzung des deutschsprachigen Audio-Gerätes störte.

 

 

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Der Flug im Flugsimulator war kürzer als gedacht, hat den Kindern aber gefallen. Nach einem Briefing zum Verhalten nach der Landung (inkl. Codewörtern und der Verwendung von Morphium-Dosen) betraten wir das umgebaute C-47 Transportflugzeug .

Während des Fluges saßen wir  auf Bänken. Da sich in den Fenstern des Flugsimulators Monitore befanden, die den Überflug von England nach Frankreich simulierten, konnten wir uns in die Situation der alliierten Fallschirmspringer versetzen, die am frühen Morgen des 06. Juni über der Normandie abgesprungen sind. Ein bedrückendes Gefühl.

Im Museum konnten wir uns anschließend neben Uniformen, Medaillen und Waffen auch viele Alltagsgegenstände der Soldaten anschauen:

 

museen normandie Jugendliche

 

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Die Purple Heart Medaille wird an im Kampf durch gegnerische Kräfte verwundet sowie gefallene Soldaten verliehen

 

 

#2: Omaha Beach Denkmal

Nach dem Besuch des Museums ging es weiter zum ca. 30 Autominuten entfernten Omaha Beach Memorial. Vom kostenlosen Parkplatz sind wir in ca. 5 Minuten zum Denkmal gelaufen.

 

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Nach einem kurzen Fotostopp haben wir in einem typischen Touristen-Hotspot zu Mittag gegessen. Die Burger & Pommes im L´Omaha Restaurant sowie der Salat mit Camembert sind zu empfehlen.

 

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ww2_helden

 

 

 

#3: Amerikanischer Soldatenfriedhof in Colleville-sur-Mer inkl. Visitor-Center

Da es am Tag unseres Besuchs sehr heiß war, ging es für uns mit dem Auto weiter zum Amerikanischen Soldatenfriedhof in Colleville-sur-Mer. Die Fahrtzeit betrug knapp 10 Minuten. Alternativ kann die Strecke in ca. 40 Minuten zu Fuß entlang der Dünen zurückgelegt werden. Auf Komoot findet ihr die passende Route.

Der American Cemetery gehört  offiziell zu Frankreich, wird aber durch die American Battle Monuments Commissionein verwaltet. Am Eingang des Friedhofs befindet sich eine Kapsel, die am 6. Juni 2044, ein Jahrhundert nach dem D-Day, geöffnet werden soll. Sie enthält eine Botschaft von Dwight D. Eisenhower, dem Oberkommandierenden der Alliierten und späteren US-Präsidenten, an künftige Generationen.

Der Besuch des Friedhofs, auf den ich als Jugendliche zum ersten  Mal durch den Film Der Soldat James Ryan aufmerksam wurde, war extrem bewegend.

Wir haben uns zunächst das kostenlose Visitor-Center am Eingang des Friedhofs angesehen. Hier gab es nicht nur viele in schwarz-weiß gehaltene Informationen über den „längsten Tag“…

 

 

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…sondern auch persönliche Geschichten von jungen Soldaten und ihren Schicksalen. Sehr empfehlenswert!!

 

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Anschließend haben wir uns Zeit genommen, um über den Friedhof mit seinen über 9000 in Richtung USA ausgerichteten Holzkreuzen zu laufen, von denen jedes für einen jungen Amerikaner steht, der im 2. Weltkrieg sein Leben verloren hat.

 

 

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Nachdem wir uns das Memorial, die kleine Kapelle und die Mauer der Vermissten angeschaut hatten, ging es weiter zum letzten Programmpunkt.

 

 

# 4: Widerstandsnest 62

Vom hinteren (rechten) Parkplatz des US-Friedhofs haben wir uns mithilfe von Google Maps auf die Suche nach dem wenige Gehminuten entfernten Widerstandsnest 62 begeben und so einen Trampelpfad Richtung Omaha Beach entdeckt:

 

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widerstandsnest_62_omaha_beach

 

Auf das Widerstandsnest 62 waren wir zuvor durch die  sehr empfehlenswerten Dokumentation über die Todfeinde vom Omaha Beach aufmerksam geworden. Sie handelt von der außergewöhnlichen Geschichte des 19-jährigen Amerikaners David Silva, der am  D-Day (= decision day bzw. Tag der Entscheidung) mit seiner Truppe am Omaha Beach an Land ging und vom  21-jährigen Heinrich Severloh, einem Soldaten aus dem Münsterland, beschossen wurde, der sich im  WN 62 verschanzt hatte und auf die Soldaten schoss, die ungeschützt aus den Booten stiegen. Nach eigener Aussagen hat Severloh an diesem Tag ca. 2000 Menschen erschossen. Dennoch entstand Jahre später eine Freundschaft zwischen den beiden Männern. Das WN62 kann frei besichtigt werden und wird inzwischen von Schwalben bewohnt.

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#5: Badestopp oder Spaziergang am Omaha Beach

Nach den vielen Eindrücken des Tages haben wir uns dazu entschlossen, den Tag am Omaha Beach ausklingen zu lassen.

 

omaha_beach_heute

 

Fazit:

Auch wenn ich am Strand immer wieder daran denken musste, was für ein unbeschreibliches Unheil sich genau hier vor knapp 78 Jahren abgespielt hat, wurde mir bewusst, dass es ja genau das war, was die jungen Soldaten damals antrieb: Die Hoffnung, dass die Menschen in Europa eines Tages wieder in Freiheit und Frieden leben  und unbeschwerte Wochenenden mit ihren Familien am Strand verbringen können.

Der Besuch der Landungsstrände der Normandie ist aus meiner Sicht absout empfehlenswert.  Nicht nur, um Interesse an der Geschichte Europas zu wecken, sondern besonders,  um zu begreifen, wie wertvoll Frieden tatsächlich ist.

 

Die Hintergründe verstehen

Um die Hintergründe zu verstehen, würde ich euch empfehlen,  euch vor eurem Besuch z.B. diese Doku über den D-Day auf Youtube anschauen:

 

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Ein Hollywood Film, der das Thema eindrucksvoll darstellt, ist Der Soldat James Ryan Amazon Affiliate Link, für den Steven Spielberg gleich 5 Oskars erhielt. Aufgrund intensiver Gewaltdarstellungen ist der Film für empfindliche Menschen ungeeignet. FSK 16.

Inzwischen habe ich mir auch den Film Der längste Tag aus dem Jahr 1962 angesehen. Diesen würde ich euch aber eher nach dem Besuch empfehlen – also nachdem euer Interesse geweckt wurde. Mir wäre es vor unserem Besuch schwer gefallen, mich auf den Film einzulassen.

 

Nun hoffe ich, dass euch dieser Beitrag gefallen hat, und freue mich wie immer über euer Feedback.

 

Viele Grüße,

 

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